Rückblende:

März 2013 … Ich fahre mit 30 km/h über einen mallorquinischen Wanderweg, weiß nicht, wie ich die nächste Kurve bekommen soll, ob ich vorne oder hinten bremsen soll und verfluche meine Freunde, die mich Straßenfahrer zu diesem Enduro-Training genötigt haben … Tief in meinem Kopf schreit mich eine Stimme an: „NIE WIEDER DU ARSCH!“ …

 

Heute:

Dezember 2016 … Ich stehe mit der 1200er BMW nach der Auffahrt über den Schräghang auf dem Hügel – 4 Versuche habe ich gebraucht, bis ich oben war … Im letzten Jahr stand ich damit auf dem Col de Sommelier, dem Col de Jafferau, dem Col de Mulatierra, bin über die Assietta-Kammstraße und den Ligurischen Grenzkamm gefahren und habe auf beiden Felgensätzen Stollenreifen – ein Mal grob, ein Mal halbgrob …

Der Weg:

 

 

Nach 24 Jahren und vielen Tausend Kilometern über Asphalt mit Kawasaki, Moto Guzzi, Harley und Suzuki Bandit habe ich die BMW R1200 GS Adventure Probe gefahren und mich spontan in das Motorrad verliebt. Ich wusste, dass ich dieses Motorrad fahren würde, wenn ich mal zu Geld komme.

Diese Entscheidung wurde mir mit 45 Jahren abgenommen, als mir ein Autofahrer auf der Autobahn von hinten ins Motorrad fuhr. Vom Schmerzensgeld konnte ich mir den Traum von der BMW erfüllen und der Weg begann. 

 

Man sollte sich, wenn man so ein Motorrad fährt, nicht die falschen Videos auf youtube anschauen und sich nicht angespornt fühlen, wenn jemand sagt: „Mit so einem Motorrad kann man kein Gelände fahren – dafür wurde sie nicht gebaut …“ Ich habe beide Fehler gemacht und bin ein halbes Jahr nach dem Unfall mit der BMW nach Mallorca gefahren. Dort habe ich ein erstes offRoad-Training damit gemacht und war endgültig angefixt … Natürlich kommt man damit sehr schnell an die Grenzen und ich merkte sehr schnell, dass es ohne die richtige Technik kein bisschen weiter geht. Man kann sich alles dranbauen und die besten Reifen draufmachen – wenn man keine Ahnung hat, wie es geht, ist die Grenze bei 260 kg schnell erreicht.

 

Jetzt kam die Frage, wo ich die Technik lernen kann … Die üblichen BMW-Trainings sind unbezahlbar, bei den anderen Anbietern sind die Trainings vorwiegend auf Klein-Enduros zugeschnitten und die Trainer tun sich schwer, Reiseenduros zu integrieren. Über einen Freund kam ich zu Leon, Robin und Wanja von HighEnduroEnd. 

Beim ersten Training dachte mir „Mach mit was geht und gut …“ und ging das Training an. Haja, was soll ich sagen? Beschleunigen, bremsen und Kurventechniken sind dann doch bei allen Modellen gleich – außer vielleicht, dass die Körperhaltung etwas eine andere ist. Natürlich hat die BMW auch physikalische Grenzen bei Auffahrten und im Matsch – aber Wanja hat es geschafft, dass weder den Anderen mit den kleinen Enduros langweilig, noch ich mit der Dicken überfordert wurde. Ich habe unglaublich viel gelernt und konnte das Gelernte bei einem Enduro-Urlaub in Polen und im Susa-Tal umsetzen.

 

Bei einem weiteren „normalen“ Training und bei einem „Dickschiff-Training“ konnte ich meine Fähigkeiten unglaublich ausbauen. Auch die anderen Teilnehmer mit Reisenduros waren von dem Training restlos begeistert und 2017 werden sicher noch einige gemeinsame Termine folgen!

 

Fazit für mich: Man ist nie zu alt, etwas neues zu lernen und Spaß an diesem Hobby zu haben. Mit solchen engagierten und fähigen Trainern wie Leon und Wanja kann man nichts falsch machen und kommt aus jedem Training mit neuen Fähigkeiten raus. 

Der ganze Trainingsablauf wird so gestaltet, dass sich kein Teilnehmer über- oder unterfordert fühlt und wird mit richtig getimten Pausen, guter Verpflegung und viel Spaß abgerundet. Absolut empfehlenswert!

 

Erhard Gronerth