Die Geschichte des Endurosport


„Endurosport, von dem englischen Wort „Endurance“ ( Ausdauer), ist die international gebräuchliche Bezeichnung für den Motorradgeländesport. In dem Endurosport ist weniger die Geschwindigkeit entscheidend, sondern die Ausdauer und die Zuverlässigkeit von Motorrad und Fahrer sowie das technische Können.“

Begonnen hat alles damit, dass die Firmen, die die damaligen Straßenmotorräder bauten ihre Maschinen auf ihre Tauglichkeit testen wollten. Dafür sind sie mit den Straßenmotorrädern ins Gelände gegangen, denn was im Gelände sicher war, war auch auf der Straße sicher.

Da man schnell merkte was es für ein Spaß ist „Offroad“ zu fahren fand zum ersten Mal schon im Jahr 1903, veranstaltet von dem britische Verband der Motorradfahrer, eine 1000-Meilen- Geländefahrt statt. 1909 fanden dann jährlich die schottischen „Six Days Trial“ im schottischen Hochland statt, welche auch heute noch eine sehr bekannte Rennserie ist. Ab 1913 gab es dann die „britische Sechstagesprüfung für Motorräder“, bei der täglich rund 270 km lange Etappen anstanden. Diese Etappen bestanden aus Prüfungsstrecken auf Straßen mit Zeit- und Durchfahrtskontrollen, Geländeabschnitten und Bergrennen.

Trotz Unterbrechung der beiden Weltkriege sind die „Six Days“ immer noch ein Höhepunkt im Endurosport und waren auch wegweisend für die Entwicklung des Endurosports.

Bis in die 1960 Jahre wurden im Endurosport kaum modifizierte Fahrzeuge eingesetzt. Doch mit der Einführung der Sonderprüfungen, die unter anderem auch auf Motorcrossstrecken ausgetragen wurden, wurden die von den damaligen Motocross Motorrädern sich entwickelnden Spezialisierungen auch auf die Enduromaschinen übernommen. So wurden die Enduromotorräder durch längere Federwege, größere Bodenfreiheit, hohe Schutzbleche, hochgelegte Auspuffanlage und weitere Dinge, immer geländegängiger. Durch diese Entwicklung waren die Motorräder dann natürlich viel besser und somit wurde dann auch die Strecke immer anspruchsvoller. Mit der Einbeziehung von Steilauf- und Abfahrten und Felspassagen wurden auch dem Trialsport ähnliche Passagen gesucht.

Aufgrund von Auflagen des des Umweltschutzes und von Einwänden der Grundstückseigentümer kam es in Westeuropa, insbesondere in der Bundesrepublik Deutschland zu vielen Einschränkungen. So waren viele Events gezwungen ihre Sonderprüfungen in Kiesgruben und ähnlichen abgesperrten Grundstücken auszutragen und die Überbrückungswege auf öffentliche Straßen zu legen, um Umwelt und Naturschäden zu vermeiden. Diese Entwicklung führte natürlich zu einer Rückentwicklung des Endurosports und auch die Popularität nahm ab. In der DDR gab es solche Einschränkungen nicht und deshalb versuchten die Ausrichter der Enduroevents nach der Wiedervereinigung, die Veranstaltungen, trotz der starken Umweltschutzauflagen, spannend und anspruchsvoll zu gestalten.

Vorbildlich ist hier das Endurorennen „rund um Zschopau“. Mit der Nutzung von Ölsperren, Beseitigung von Schäden nach dem Rennen und einem integrierten Umweltmanagement wird versucht, die eventuell entstehenden Schäden der Umwelt zu reduzieren. (Ein gutes Beispiel hierfür ist auch das Hardcrossrennen in Amtzell. Bei diesem Rennen wurde die komplette Strecke um ein Schulgebäude gebaut und nach dem Renn Wochenende wurde sie in eine BMX(Fahrrad) Strecke für die Schule umgebaut. Auch wurde während dem Rennens sehr auf Sauberkeit geachtet und durch regelmäßiges Bewässern der Strecke konnte auch die Staubentwicklung gut im Griff gehalten werden. Somit wurde ein super Rennen mitten in einer Stadt erfolgreich ohne Umweltschäden ausgeführt).

Populäre ist der Endurosport heute hauptsächlich in den skandinavischen Ländern, wie Schweden, Finland aber auch in Frankreich, Großbritannien (wo die besten Hardendurofahrer herkommen), Italien, Kroatien, Rumänien, Türkei, Polen und den USA. In Deutschland ist der ursprüngliche Endurosport nicht so populäre aber dafür ist eine neue Art, das „Endurocross“ immer mehr im Kommen. In vielen Ländern ist auch das „Classic Enduro“, das mit Maschinen der 1960-80 Jahre gefahren wird, sehr beliebt. Bis zur Krise im Motorradbau in den 1960 Jahren, waren die meisten Motorradhersteller im Geländesport vertreten. Später stellten nur noch wenige Hersteller entsprechende Motorräder her. Die damals aus dem Osten stammenden Marken wie MZ, Jawa und Simson waren jedoch nie frei verkäuflich, sondern meistens nur für Werksmannschaften bestimmt. Aus Westeuropa waren Hersteller wie Husqvarna, KTM, Puch, SWM und Zündapp über viele Jahre hin erfolgreiche Wettbewerber. Erst seit den 1990er Jahren dringen dann japanische Marken wie Honda, Yamaha und Suzuki in den Endurosport ein. Doch auch neue Marken wie Husaberg (eine Abzweigung von Husqvarna), Moto TM und GAS GAS konnten im Endurosport Fuß fassen.

Japannische Marken sind eher in den Motocross Bereich über gegangen, doch Marken wie Beta, Gas Gas, TM und noch kleinere unbekannte Marken sind auch noch sehr aktive im heutigen Enduro.